Was ist die BWA? – BWA erstellen, richtig lesen und korrekt auswerten

Die betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA, gibt Auskunft über die wirtschaftliche Lage und die Leistungsfähigkeit eines Betriebs. Oft wird sie ungelesen abgelegt, jedoch enthält sie hilfreiche Informationen über die Kosten- und Erlössituation eines Unternehmens. Sie wird auch für die Beantragung von Krediten benötigt und mitunter von Geschäftspartnern und Lieferanten verlangt, die einen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens erhalten möchten. Wer die BWA lesen und verstehen kann, zieht aus ihr wertvolle Informationen über ein Unternehmen.

Das Wichtigste zur BWA

  • Die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) ist ein Instrument der Unternehmenssteuerung und ähnelt vom Aufbau her der Bilanz. 
  • Sie gibt Auskunft über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens.
  • Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung einer BWA. 
  • Der Aufbau ist in Deutschland standardisiert. Für unterschiedliche Berufsgruppen und Branchen existieren verschiedene Vorlagen (bspw. die DATEV-Standard-BWA).
  • Die wichtigsten Positionen in der BWA sind Gesamtleistung, Rohertrag, betriebsinterne Kosten, Gesamtkosten, Betriebsergebnis und vorläufiges Ergebnis.
  • Erstellt wird die BWA in der Regel von der eigenen Buchhaltungsabteilung oder dem Steuerberater. Diese verwenden dazu eine entsprechende Software. Alternativ lässt sich die BWA auch mit Excel erstellen.
  • Die monatlich erstellte Bewegungs-BWA wird in Mittelverwendung und Mittelherkunft unterteilt und gibt dem Unternehmen Aufschluss über Schwankungen der Kapitalanteile.
  • Wichtige Kennzahlen, die sich aus der BWA herauslesen lassen, sind unter anderem Wareneinsatzquote, Rohertragsquote, Handelsspanne und Kalkulationsaufschlag.
  • Die Summen- und Saldenliste (SuSa) kann eine optionale Ergänzung der BWA sein. Sie enthält alle Konten mit Anfangs- und Endsalden sowie Kontobewegungen. Sie ermöglicht bspw. detaillierte Cashflow- und Kapitalflussberechnungen.

Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) – Was ist das?

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA, enthält eine Zusammenfassung der Auswertungen der aktuellen Buchhaltung eines Unternehmens. Für Unternehmen wird die Betriebswirtschaftliche Auswertung zumeist monatlich von einem Steuerberater erstellt. Es gibt keine einheitliche Form, wie diese auszusehen hat. Am häufigsten wird in der Praxis die kurzfristige Erfolgsrechnung genutzt, um die Unternehmenszahlen in der BWA aufzubereiten.

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Definition der BWA

Eine BWA, was ist das? Die Betriebswirtschaftliche Auswertung ähnelt in ihrem Aufbau einer Bilanz. Im Gegensatz zu einer Bilanz wird sie jedoch nicht jährlich, sondern meistens monatlich erstellt. Die betriebswirtschaftliche Auswertung ist eine Übersicht aller Zahlen eines Unternehmens und Teil der Buchhaltung. Sie informiert über die Kosten- und Ertragslage eines Unternehmens und bietet einen Überblick über die aktuelle finanzielle Situation. Sie sagt aus, ob ein Unternehmen einen Gewinn erzielt oder einen Verlust erlitten hat. Es gibt zudem keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung einer BWA. Dennoch lohnt sich die monatliche Anfertigung, um die Performance eines Unternehmens im Blick zu behalten. Allerdings kann die Aussagekraft je nach Unternehmen stark variieren.

Allgemeines und Einführung

Der größte Vorteil der BWA besteht darin, dass sie als Betriebswirtschaftliche Analyse immer aktuell ist. Sie wird monatlich oder quartalsweise anhand der laufenden Daten aus der Finanzbuchhaltung erstellt. Stets werden Informationen über die Kosten- und Erlössituation sowie über Gewinne und Verluste aktuell bereitgestellt. Unternehmer können sich informieren, in welcher finanziellen Situation sie sich befinden und auf Grundlage der betriebswirtschaftlichen Auswertung datenbasierte Entscheidungen treffen.

Die BWA ist für Unternehmen ein hilfreiches Controlling-Tool. Sie informiert über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und kann Schwachstellen aufdecken. Gezielte Maßnahmen können auf Basis der BWA geplant und umgesetzt werden.

In derbetriebswirtschaftlichen Auswertung können ausschließlich schon gebuchte Posten berücksichtigt werden. Geschäftsvorfälle, die erst zum Jahresabschluss berücksichtigt werden, wie Ertragsteuern oder Abschreibungen, fließen nicht mit ein. Um unangenehme Überraschungen aufgrund hoher erforderlicher Kosten am Ende des Jahres zu vermeiden, können Unternehmen den Steuerberater beauftragen, größere kalkulatorische Kosten monatlich in die BWA zu integrieren. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen fertigen BWA’s an und nutzen diese. Im Gegensatz zu großen Unternehmen beobachten kleinere Unternehmen ihre Zahlen engmaschiger, um besser wachsen zu können. Der BWA liegt die Buchführungspflicht eines Unternehmens zugrunde, denn sie basiert auf den Daten der Finanzbuchhaltung.

Unternehmen können auf Grundlage der Analyse wichtige steuerliche Entscheidungen treffen:

  • Prüfung und Planung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen
  • Prüfung, ob ein Investitionsabzugsbetrag angesetzt werden kann.

Aber auch in weiteren Fällen zahlt sich das Erstellen einer BWA aus. 

  • So können Banken die Vorlage einer Betriebswirtschaftliche Auswertung verlangen, wenn Unternehmen einen Kredit beantragen. 
  • Auch bei neuartigen Formen der Finanzierung wie dem Crowdfunding können potenzielle Kapitalgeber eine BWA als Entscheidungsgrundlage verlangen. 
  • Lieferanten und Geschäftspartner nutzen ebenfalls mitunter die betriebswirtschaftliche Auswertung, um sich über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens zu informieren und das Risiko von Zahlungsausfällen einzuschätzen.

Aufbau der BWA

Wie bereits geschrieben ähnelt die BWA in ihrem Aufbau einer Bilanz. Da keine Pflicht zur Erstellung existiert, gibt es auch keine Anforderungen an die Form. Steuerberater nutzen Programme und Vorlagen zur Erstellung einer betriebswirtschaftlichen Auswertung. Die DATEV-Standard-BWA kann für die meisten Unternehmen als Vorlage genutzt werden. Unternehmen, die ihre BWA selbst erstellen, können sich mit einer entsprechenden Software die Arbeit erleichtern. Folgenden Bestandteile sollten immer enthalten sein:

  • Kurzfristige Erfolgsrechnung,
  • Liquidität
  • Bewegungsbilanz.

Zusätzlich sollte sie für eine bessere Vergleichsmöglichkeit der Bestandteile und Zahlen auch folgendes enthalten:

  • Vorjahresrechnung
  • Soll-/Ist-Vergleich
  • Jahresübersicht
  • Branchenvergleich.

Beispiel-BWA

Das Beispiel soll den BWA Aufbau erläutern. Es enthält keine Werte, sondern zeigt nur, wie eine der Aufbau ungefähr aussehen könnte:

Im Kopf der BWA werden als Spalten beschrieben:

BWA-BereicheBWA-Positionenaktueller ZeitraumVorjahrDifferenz zum Vorjahr in ProzentQuoten aktuellQuoten Vorjahr

Die Quoten werden in Prozent angegeben. Die BWA-Bereiche enthalten verschiedene Positionen.

Zum BWA-Bereich Erträge gehören die BWA-Positionen:

Umsatzerlöse
+ Bestandsveränderungen
+ Aktivierte Eigenleistung
= Gesamtleistung

– Material- oder Wareneinsatz
= Rohertrag

+ sonstige betriebliche Erlöse
= Betrieblicher Rohertrag
Der Bereich Kosten umfasst

– Personalkosten
– Raumkosten
– Betriebliche Steuern
– Versicherungen und Beiträge
– KFZ-Kosten
– Werbe- und Reisekosten
– Kosten für Warenabgabe
– Abschreibungen
– Reparaturen
– Besondere Kosten
– Sonstige Kosten

Das Ergebnis sind die Gesamtkosten.

Der BWA-Bereich EBIT ist das Betriebsergebnis. Es wird errechnet, indem vom betrieblichen Rohertrag die Gesamtkosten subtrahiert werden.

Ein weiterer Bereich ist das neutrale Ergebnis. Es gliedert sich in die folgenden Positionen:

Zinsaufwand
+ Sonstige neutrale Aufwendungen
= Neutraler Aufwand

Zinserträge
+ Sonstige neutrale Erträge
= Neutraler Ertrag
Neutrales Ergebnis 
(= Neutraler Ertrag – Neutraler Aufwand)

Das Ergebnis ist ein weiterer Bereich der betriebswirtschaftlichen Auswertung. Es gliedert sich in folgende Unterbereiche.

Ergebnis vor Steuern 
(= EBIT + Neutrales Ergebnis)
– Steuern von Einkünften und Ertrag
= Vorläufiges Ergebnis

Die wichtigsten Gruppen in der Vertikale (Positionen) sind:

  • Gesamtleistung aus den Umsatzerlösen des Monats minus der Bestandsveränderungen.
  • Rohertrag: Man berechnet ihn, indem man von der Gesamtleistung Material und Warenverbrauch subtrahiert. Diesen Betrag hat das Unternehmen zur Verfügung, um die restlichen betrieblichen Kosten zu decken.
  • Betriebsinterne Kosten für Raum, Personal, Werbung, Reparaturen, Büro, Telefon, Reisen, Beratung und Steuern sowie Versicherungsbeiträge, die zuerst einzeln aufgelistet werden.
  • Gesamtkosten: Summe aller bisher genannten Kosten.
  • Betriebsergebnis: betrieblicher Rohertrag minus Kosten.
  • Vorläufiges Ergebnis: Betriebsergebnis verrechnet mit etwaigen Zinsaufwänden und Zinserträgen.

Verschiedene Arten der BWA

Bei der BWA werden verschiedene Arten unterschieden, abhängig von der Branche und vom Kostenverfahren. Die Basis der meisten BWA-Arten ist ein Standardkontenrahmen, ein systematisches Verzeichnis aller buchführungsrelevanten Konten. Für die Standard-BWA (BWA 01) wird der DATEV-Standard verwendet. Sie wird am häufigsten genutzt und eignet sich für Unternehmen der verschiedensten Branchen und Größen. Weitere relevante Formen sind:

  • 02 als Arzt-BWA
  • 04 für den Controllingreport
  • 05 als Gesamtkostenverfahren
  • 06 als Umsatzkostenverfahren
  • 07 für Controllingreport mit Einnahmen und Ausgaben
  • 10 als Steuerberater-BWA
  • 15 als Kapitaldienstgrenze
  • 20 für Handwerksbetriebe
  • 43 als Einnahmen-Ausgaben-BWA
  • 44 für Rechtsanwälte
  • 51 für Kapitalflussrechnung

Eine BWA erstellen

Monatlich werden in Deutschland 2,5 Millionen betriebswirtschaftliche Auswertungen gedruckt. Auf ihre Aussagekraft müssen sich Unternehmen, Finanzverwaltungen und Banken verlassen können. Daher sind die Anforderungen an die Aussagekraft und Auswertungsfähigkeit von BWA’s in den letzten Jahren angestiegen. Diese müssen:

  • rechtsformneutral gestaltet sein
  • mit einem Branchenvergleich kompatibel sein, etwa einem DATEV-Betriebsvergleich
  • integrierte Darstellungen mit dem Rechnungswesen und den statistischen Daten eines Unternehmens erlauben
  • standardisierbar sein.

Gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung einer BWA?

Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung, eine BWA zu erstellen. Allerdings haben Banken, Lieferanten, Geschäftspartner und verschiedene Kapitalgeber das Recht, die Vorlage einer betriebswirtschaftlichen Auswertung zu verlangen, um das Risiko des Zahlungsausfalls einzuschätzen. Neben Jahresabschlüssen, Planrechnungen und persönlichen Auskünften gehört sie zu den üblicherweise vorzulegenden Bankunterlagen.

Mit Blick auf die Zahl an Unternehmen, die Jahr für Jahr in Deutschland Insolvenz anmelden müssen, sollte die fehlende gesetzliche Verpflichtung jedoch kein wirklicher Grund gegen die Erstellung einer BWA sein. In den letzten Jahren jeweils stets ca. 20.000 Unternehmen oder mehr. Mit ihr können Unternehmen Schwachstellen schnell aufdecken und mit den geeigneten Maßnahmen reagieren.

Möglichkeiten für die Erstellung der BWA

Größere Unternehmen verfügen über eine eigene Finanzbuchhaltung, welche sich demnach um die Erstellung der betriebswirtschaftlichen Auswertung kümmert. Die Buchhaltungsabteilung nutzt meistens eine BWA-Software. Kleinere Unternehmen, die sich keine eigene Buchhaltungsabteilung leisten können, beauftragen einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer mit der Erstellung. Das verursacht zwar initial Mehrkosten, dafür sparen die Unternehmen jedoch Zeit und können einer fachgerechten Anfertigung sicher sein.

Kleinere Unternehmen, die Kosten sparen wollen, können können zur Erstellung eine BWA-Software nutzen oder sie mit Excel erstellen. Für die BWA-Erstellung mit Excel sind verschiedene Vorlagen verfügbar, mitunter auch kostenlos.

Erstellung der BWA durch einen Steuerberater

Beauftragen Sie Ihren Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer mit der Erstellung, so fertigt er diese mithilfe einer BWA Software an. In der Regel erstellen sie ihr Steuerberater mit DATEV. Ansonsten basiert sie auf Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung, die Sie dem Steuerberater für die Erstellung zur Verfügung stellen müssen.

BWA selbst erstellen (Software)

Wenn Sie sich dazu entscheiden, die betriebswirtschaftliche Auswertung selbst zu erstellen, können Sie dies ganz einfach mit einer geeigneten Software tun. Die Vorteile dabei sind, dass sich durch die Software Rechenfehler fast vollständig vermeiden lassen und die BWA-Vorlagen immer aktuell sind. Sie können Ihre Unternehmenszahlen direkt selbst interpretieren und Ihre BWA auch online verschicken, was Ihnen Zeit und Geld spart. Mit der BWA Software sparen Sie sich außerdem den Papierkram.

BWA selbst erstellen – Was gehört in die BWA?

Unternehmen, die keinen Steuerberater mit der BWA beauftragen und Kosten sparen wollen, können sie mit der entsprechenden Software selbst erstellen. Bevor es an die Erstellung geht, muss die Frage geklärt werden: „Wie liest man eine BWA?“ Erst wenn die BWA richtig gelesen und verstanden wird, ist es möglich, sie selbst zu erstellen. 

Analyse der BWA – Die betriebswirtschaftliche Auswertung richtig lesen und interpretieren

Um Rückschlüsse über Kosten und Erträge sowie Gewinn oder Verlust zu erhalten, müssen Unternehmer die BWA richtig lesen und interpretieren können. So können schnell die entscheidenden Maßnahmen getroffen werden, um eine finanzielle Notlage abzuwenden. Erstellt ein Unternehmen monatlich eine Bewegungs-BWA, kann es daran erkennen, wie sich die einzelnen Zahlen entwickelt haben. Die Bewegungs-BWA dient als kurzfristige Erfolgsrechnung und wird in Mittelverwendung und Mittelherkunft unterteilt. Bei der Mittelverwendung ist eine Erhöhung oder Minderung der Kapitalanteile sichtbar. Eine Minderung von Vermögenswerten ist bei der Mittelherkunft zu erkennen.

Die BWA lässt verschiedene Interpretationen zu:

  • Stand des Unternehmens im Vergleich zum Vormonat 
  • Vergleich zum selben Monat im Vergleich zum Vorjahr
  • Über- oder Unterschreitung von Kosten und Erlösen in den verschiedenen Bereichen
  • Unternehmerische Entwicklung in Prozent
  • Verhältnis zwischen Betriebsergebnis und Personalkosten

Grundlegende Kennzahlen und wichtige Begriffe

Wer eine BWA selbst erstellen möchte, muss über die folgenden Kennzahlen Bescheid wissen.

Generelle Kennzahlen

GesamtleistungDie Gesamtleistung setzt sich aus Bestandsveränderungen und den Umsatzerlösen zusammen.
RohertragDer Rohertrag lässt sich errechnen, indem von der Gesamtleistung Kosten für Material und mögliche Fremdleistungen subtrahiert werden.
Sonstige betriebliche ErlöseSonstige betriebliche Erlöse müssen Unternehmen ermitteln, die Gegenstände oder Leistungen aus dem Betriebsvermögen auch privat nutzen. Der Anteil für die private Nutzung zählt zu den sonstigen betrieblichen Erlösen.
Betrieblicher RohertragDer betriebliche Rohertrag ist die Summe aus dem Rohertrag und allen anderen betrieblichen Erlösen. Der positive Betrag wird der Kostenrechnung gegenübergestellt.
KostenartenZu den Kostenarten zählen alle Kosten ohne Zinsen und Steuern. Diese Kosten umfassen beispielsweise Werbungskosten, Personalkosten, Mietkosten oder Abschreibungen. Solche Kostenarten müssen auch zur Berechnung des Break Even Points herangezogen werden. Gewinn und Verlust sind an diesem Punkt gleich Null.
Betriebsergebnis (EBIT)Das Betriebsergebnis wird berechnet, indem von den Gesamtkosten der betriebliche Rohertrag subtrahiert wird.
Neutraler AufwandDer neutrale Aufwand hat nicht direkt etwas mit dem Business zu tun und wird daher als neutral bezeichnet. Zum neutralen Aufwand gehören Zinsen oder Steuervorauszahlungen.
Neutraler ErtragBeim neutralen Ertrag handelt es sich um Einkünfte, die nicht direkt mit dem Business zu tun haben. Dazu können Zinsen und steuerliche Erstattungen gehören.
Ergebnis vor SteuernUm das Ergebnis vor Steuern zu erhalten, werden vom Betriebsergebnis die neutralen Aufwände und neutralen Ergebnisse subtrahiert.
Vorläufiges ErgebnisWerden die Steuern vom Ergebnis vor Steuern subtrahiert, ist das Ergebnis das vorläufige Ergebnis.

Wichtige Erlöskennzahlen in der BWA

Um die Erträge in der BWA richtig lesen zu können, sollten Wareneinsatzquote, die Rohertragsquote, die Handelsspanne und der Kalkulationsaufschlag bekannt sein.

Wareneinsatzquote = Wareneinsatz / UmsatzSehr wichtig ist die Wareneinsatzquote im Handel, Handwerk und in der Gastronomie. Der Branchenvergleich zeigt Unternehmern, ob sie effizienter oder weniger effizient als ihr Wettbewerb arbeiten.
Rohertragsquote = Rohertrag / UmsatzDie Rohertragsquote zeigt die Höhe des Deckungsbeitrags an. Es gibt für nahezu jede Branche Vergleichskennzahlen.
Handelsspanne = (Umsatz – Wareneinsatz) / UmsatzDie tatsächliche Handelsspanne kann in der BWA nachträglich ermittelt werden. Im Branchenvergleich zeigt sich wieder die Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens.
Kalkulationsaufschlag = (Umsatz – Wareneinsatz) / WareneinsatzAn dieser Kennzahl zeigt sich, ob die geplante Kalkulation mit dem tatsächlichen Rohertrag übereinstimmt. Hier kann die BWA auch für die Nachkalkulation angewandt werden.

Kostenkennzahlen – Kostenpositionen analysieren

Kosten entstehen einem Unternehmen etwa für Personal, Miete, Buchhaltung oder Werbung. Diese laufenden Kosten sind in der BWA im Abschnitt „Kosten“ aufgelistet. Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus Personalkosten, Raumkosten, betrieblichen Steuern, Versicherungen, Kfz-Kosten, Werbe- und Reisekosten, Kosten der Warenangabe + Abschreibungen, Reparatur, besonderen Kosten, sonstigen Kosten. Die Gesamtkosten und das Betriebsergebnis (EBIT) ergeben den betrieblichen Rohertrag.

Die Kostenkennzahlen werden in der BWA durch Kostenquoten ausgedrückt: Kostenquote = Kostenart / Umsatz. Die Kostenkennzahlen aus der BWA lassen sich folgendermaßen lesen

Personalkostenquote = Personalkosten / UmsatzBeschäftigt ein Unternehmen Mitarbeiter, ist die Personalkostenquote eine wichtige Kennzahl, für die meist auch branchenspezifische Vergleichszahlen vorliegen.
Raumkostenquote = Raumkosten / UmsatzBesonders in der Gastronomie oder im stationären Handel ist diese Kennzahl relevant.

Weitere wichtige Kostenquoten sind außerdem:

  • Abschreibungsquote = Abschreibungen / Umsatz
  • Werbekostenquote = Werbekosten / Umsatz
  • Gesamtkostenquote = Gesamtkosten / Umsatz

EBIT-Analyse, neutrales Ergebnis und vorläufiges Ergebnis

Das EBIT oder Betriebsergebnis gibt Aufschluss über die tatsächliche Wirtschaftskraft eines Unternehmens. Der neutrale Aufwand umfasst Zinsen und Zahlungen für Schadenersatz. Das vorläufige Ergebnis liefert eine Antwort auf die Frage nach dem tatsächlichen Umsatz und wie viel davon übrig bleibt.

Das EBIT erhält man, indem man die Gesamtkosten vom Rohertrag abzieht. Das EBIT ist für Banken und Investoren relevant, weil es etwas über die Leistungsstärke eines Unternehmens und seines operativen Geschäfts aussagt. Banken und Investoren erkennen an der EBIT-Kennzahl, ob das Unternehmen im Kern gesund ist und wie es im Vergleich zu anderen Unternehmen präsentiert. Die relevante Kennzahl beim EBIT ist die EBIT-Marge (EBIT-Marge = EBIT / Umsatz).

Ausschlaggebend beim neutralen Ergebnis sind die Zinsen. Diese begleiten ein Unternehmen bei einer Finanzierung über einen längeren Zeitraum hinweg. Für das neutrale Ergebnis ergibt sich folgende Rechnung: 

Zinsaufwand + sonstige neutrale Aufwendungen = neutraler Aufwand + Zinserträge + sonstiger neutraler Ertrag + verrechnete kalkulatorische Kosten = neutraler Ertrag.

Das neutrale Ergebnis stellt die Summe aus neutralem Aufwand und neutralem Ertrag dar. Meist dominiert dabei der Zinsaufwand. So ist der Zinsaufwand die wichtigste Kennzahl im neutralen Ergebnis, denn bei längerfristigen Darlehen, die ein Unternehmen aufnimmt, fallen regelmäßige Zinsen an.

Das vorläufige Ergebnis zeigt den Gewinn eines Unternehmens nach Steuern an. Es ergibt sich aus folgender Kalkulation: 

Ergebnis vor Steuern – Steuern vom Einkommen und Ertrag = vorläufiges Ergebnis. 

Der Unterschied zwischen vorläufigem Ergebnis und Gewinn ergibt sich daraus, dass das vorläufige Ergebnis die Grundlage für den Gewinn im Jahresabschluss darstellt. Dieser kann durch verschiedene Buchungen und Korrekturbuchungen oder die EÜR noch weiter verändert werden. Das vorläufige Ergebnis hat keine steuerlichen Auswirkungen, anders aber der Unternehmensgewinn.

Allgemein gilt, dass eine BWA nicht steuerwirksam ist. Steuerwirksam ist allein die Steuererklärung, die mit einem Jahresabschluss, bestehend aus einer Bilanz und einer GuV und gegebenenfalls der Anlage EÜR, eingereicht wird.

BWA Summen- und Saldenlisten (SuSa) lesen

Eine Summen- und Saldenliste kann eine optionale Ergänzung einer BWA sein. Sie enthält alle Konten mit Anfangs- und Endsalden sowie Kontobewegungen. Die SuSa wird für betriebswirtschaftliche Detailauswertungen und Kreditanträge benötigt

Damit die Summen- und Saldenliste aussagekräftig ist, müssen die Salden der Bilanzwerte mit dem aktuellen Jahresabschluss identisch sein. Alle Konten, primär beim Anlage- und Umlaufvermögen, müssen gebucht werden. Die Summen- und Saldenliste ermöglicht:

  • Cashflow- und Kapitalflussrechnungen im Detail
  • Mittelherkunft- und Mittelverwendungsrechnungen
  • Überblick über Kreditoren und Debitoren
  • Erstellung einer unterjährigen Bilanz.

Die Summen- und Saldenliste geht ins Detail und ermöglicht Steuerhochrechnungen, um anfallende Steuern besser einschätzen zu können. Eine wichtige Bedeutung hat sie für Banken, denn sie stellt die einzige Möglichkeit zur Verfolgung der Kapital- und Vermögensentwicklung eines Unternehmens dar. Aus der SuSa lässt sich ablesen, ob neue Kredite von anderen Geldgebern hinzugekommen sind oder ob die bestehenden getilgt werden.

Zusammenfassung, Fazit und Ausblick

Die BWA stellt ein wichtiges Instrument in der Unternehmenssteuerung dar. Sie gibt Auskunft über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Unternehmens und zeigt, wo es akuten Handlungsbedarf gibt. Resultierend aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung können frühzeitig datenbasierte Maßnahmen ergriffen werden, um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu verbessern.

Eine gesetzliche Pflicht für die monatliche Erstellung gibt es nicht. Dennoch ist es ratsam, sie regelmäßig zu erstellen, um einen besseren Überblick zu behalten. Der BWA Aufbau ist in Deutschland standardisiert und es gibt bestimmte Vorlagen für unterschiedliche Berufsgruppen. Mit einer Software lässt sich die BWA einfach und praktisch fehlerfrei erzeugen, weswegen man nicht zwingend einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer dazu benötigt.

Die BWA wirkt zunächst wie ein Buch mit sieben Siegeln und es scheint nicht so einfach, die relevanten Kennzahlen zu lesen und richtig zu interpretieren. Auch das ist aber mit etwas Vorwissen und Übung kein Problem. Es lohnt sich, der BWA mehr Beachtung zu schenken und diese zugunsten der Unternehmensstrategie regelmäßig zu überprüfen, statt einfach nur abzuheften.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur betriebswirtschaftlichen Auswertung

BWA was ist das?

Die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) ähnelt im Aufbau der Bilanz. Allerdings wird sie nicht nur jährlich, sondern meistens monatlich erstellt. Die BWA bietet einen Überblick über aller Zahlen eines Unternehmens: Sie informiert über die Ertrags- und Kostenlage eines Unternehmens, bietet Überblick über die finanzielle Situation. Die Erstellung ist nicht verpflichtend.

Wie lese ich eine BWA?

Aus einer BWA lassen sich verschiedene Aussagen und finanzielle Kennzahlen  herauslesen. Unter anderem zeigt sie den Stand des Unternehmens im Vergleich zum Vormonat, ermöglicht ebenso den Vergleich zum selben Monat im Vorjahr. Zudem zeigt sie eine eventuelle Über- oder Unterschreitung von Kosten und Erlösen in den verschiedenen Bereichen, zeigt die Unternehmerische Entwicklung in Prozent und das Verhältnis zwischen Betriebsergebnis und Personalkosten.

Wie ist der BWA Aufbau?

Die BWA ähnelt in ihrem Aufbau einer Bilanz. Der DATEV-Standard wird von den meisten Unternehmen als Vorlage genutzt. Demnach gibt es natürlich Bestandteile, die eine BWA in der Regel aufweist. Dazu zählen die kurzfristige Erfolgsrechnung (KER), die Liquidität und die Bewegungsbilanz. Weitere Bestandteile können sein: Vorjahresrechnung, Soll-/Ist-Vergleich, Jahresübersicht & Branchenvergleich.

Wie erstelle ich eine BWA?

Wer sich die Kosten für den Steuerberater sparen möchte, kann die BWA mit der richtigen Software in nur wenigen Klicks erstellen. Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit, eine entsprechende Auswertung in Datenverarbeitungsprogrammen wie Excel anzulegen.

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