Gewerbesteuer GmbH – Definition, gesetzliche Grundlage, Freibeträge und Berechnung

Definition – Was ist die Gewerbesteuer?

Alle Unternehmen in Deutschland, die einen Gewerbeertrag erwirtschaften, sind dazu verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen. Die Gewerbesteuer zählt zu den sogenannten ertragsabhängigen Steuern. Sie fällt also umso höher aus, je mehr Gewinn das Unternehmen erwirtschaftet. Sie wird aus den Kennzahlen Steuermesszahl und Hebesatz errechnet. Der Hebesatz kann von der jeweiligen Gemeinde selbst erhoben werden. So kommt es, dass die Gewerbesteuer in Deutschland nicht überall gleich hoch ist und sich sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden kann.

Das Wichtigste zur GmbH Gewerbesteuer

  • Die Gewerbesteuer ist eine ertragsabhängige Steuer.
  • Sie fällt für alle gewerblichen Unternehmen und Kapitalgesellschaften an, die einen Gewerbeertrag erwirtschaften. Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit.
  • Die Gewerbesteuer berechnet man mit der Steuermesszahl und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde.
  • Die Steuermesszahl liegt momentan bei 3,5 % und ist für alle Gemeinden gleich.

Allgemeines – Gesetzliche Grundlage & Hintergründe der Gewerbesteuer

Die gesetzliche Grundlage für die Gewerbesteuer bildet das Gewerbesteuergesetz (GewStG). Der Grund für die Erhebung der Gewerbesteuer liegt darin, dass Gemeinden besondere Lasten haben, wenn sich hier ein Gewerbebetrieb angesiedelt hat. Diese Kostenverursachung ist einer der maßgeblichen Kritikpunkte an der Gewerbesteuer. Als Veranlagungszeitraum wird das Wirtschaftsjahr angesehen. Gewerbetreibende sind also dazu verpflichtet, jedes Jahr eine Gewerbesteuererklärung abzugeben. Ist die erledigt, erhält das Unternehmen nach einiger Zeit von der Gemeinde den Gewerbesteuerbescheid. Der Betrag ist dann innerhalb eines Monats zu entrichten. Gleichzeitig erhält man Bescheid, wie hoch die Vorauszahlungen für die Folgejahre sind. Diese fällt dann jeweils zum Quartalsende an.

Gewerbesteuer GmbH berechnen
Gewerbesteuer GmbH berechnen

Verpflichtung zum Zahlen der Gewerbesteuer

Welche Unternehmen müssen nun aber eine Gewerbesteuer abführen? Grundsätzlich sind alle gewerblichen Unternehmen und Kapitalgesellschaften zur Zahlung einer Gewerbesteuer verpflichtet, wenn sie einen Ertrag erwirtschaften. Von der Steuer befreit sind hingegen alle Freiberufler.

Gewerbesteuer bei einer GmbH berechnen

Die Grundlage zur Berechnung der Gewerbesteuer ist der erwirtschaftete Gewinn des Unternehmens. Dieser wird übrigens auch für die Einkommen- und Körpersteuer als Grundlage herangezogen. Wie hoch die Gewerbesteuer ausfällt, ist von der Steuermesszahl und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde abhängig.

Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestwert für den Hebesatz liegt bei 200 %. In Großstädten kann er sogar 400 % betragen. München zum Beispiel hat einen Hebesatz von derzeit 490 %; Hamburg liegt mit 470 % nur unwesentlich darunter. Der Standort eines Betriebes hat also einen wesentlichen Einfluss darauf, wie hoch die Gewerbesteuer ausfällt. Für die Gemeinden selbst ist der Hebebeitrag nützlich, da man so die eigenen Steuereinnahmen beeinflussen kann. Auf der anderen Seite kann eine Stadt mehr Betriebe anlocken, indem sie ihren Hebesatz möglichst gering hält und die Gegend so als Wirtschaftsstandort attraktiver macht.

Steuermesszahl

Die Steuermesszahl liegt momentan bei 3,5 % und ist für alle Gemeinden gleich. Ein kleines Rechenbeispiel: 

Einem Unternehmen verbleibt ein Gewerbeertrag von 65.000 Euro. Von diesem werden 3,5 % (die Steuermesszahl) berechnet. Das Ergebnis, 2.275 Euro, ist die Grundlage für den Hebesatz. Liegt er bei 400 %, müsste das Unternehmen 9.100 Euro Gewerbesteuer an das Finanzamt abführen.

Unterschied zwischen Einzelunternehmen und GmbH

Auch alle Einzelunternehmer und Personengesellschaften, die einen Gewinn erzielen, müssen Gewerbesteuer entrichten. Bei diesen Rechtsformen wird die Steuer anteilig auf die Einkommensteuer angerechnet. Eine Doppelbelastung im Bereich der Ertragssteuern soll so vermieden werden. Da die GmbH jedoch eine Kapitalgesellschaft ist, ist eine Anrechnung hier nicht möglich. Der Grund: Eine GmbH zahlt keine Einkommensteuer, sondern Körperschaftsteuer. 

Dennoch hat die GmbH im Vergleich zu einem Einzelunternehmen diverse steuerliche Vorteile. Sie zahlt im Vergleich zu einem Einzelunternehmen einen Körperschaftsteuersatz von 15 %, was im Vergleich deutlich günstiger ist. Dafür erhalten sowohl Einzelunternehmen als auch Personengesellschaften einen jährlichen Freibetrag von 24.500 Euro. Dieser wird vom Gewerbeertrag abgezogen, sodass sich dieser und damit auch die Gewerbesteuer verringert. Einzelunternehmen und Personengesellschaften, die unter dem Freibetrag von 24.500 Euro bleiben, müssen dementsprechend keine Gewerbesteuer zahlen. Die Körperschaftsteuer fällt bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften hingegen meist deutlich höher aus.

Freiberufler – Befreiung von der Gewerbesteuer

Freiberufler wie Rechtsanwälte oder Hebammen müssen keine Gewerbesteuer zahlen. Auch wenn sich mehrere Freiberufler zu einer Gesellschaft zusammenschließen (das klassische Beispiel ist eine ärztliche Gemeinschaftspraxis), wählen sie meist die Personengesellschaft als Rechtsform. Sie können aber auch eine GmbH gründen. Sind ausschließlich Freiberufler die Gesellschafter einer GmbH, sind sie ebenfalls von der Pflicht zur Gewerbesteuerentrichtung befreit.

Besteuerung einer GmbH 

Neben der Gewerbesteuer muss eine GmbH noch weitere Steuern entrichten. Dazu zählen die Körperschaftsteuer und die Grunderwerbsteuer. Letztgenannte fällt einmalig an, wenn eine Immobilie gekauft oder angemietet wird. Die Körperschaftsteuer hingegen ist deutschlandweit einheitlich geregelt. Sie liegt momentan bei 15 %. Wer also 100.000 Euro Gewinn im Jahr erzielt, muss darauf 15.000 Euro Körperschaftsteuer bezahlen.

Hinzu kommen natürlich noch die weiteren Steuern, die aber nicht abhängig vom Gewinn des Unternehmens sind. Eine GmbH muss folgende weitere Steuern entrichten:

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kapitalertragsteuer
  • Umsatzsteuer
  • Grundsteuer
  • Grunderwerbsteuer

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Gewerbesteuer (GmbH)

Was ist die Gewerbesteuer bei der GmbH?

Die Gewerbesteuer ist die Steuer bei einer GmbH, die auf den Gewerbeertrag des Unternehmens erhoben wird. Sie ist im Vergleich zu den anderen Steuern deutschlandweit nicht einheitlich.

Wann fällt bei einer GmbH die Gewerbesteuer an?

Grundsätzlich muss eine GmbH immer dann Gewerbesteuer entrichten, wenn ein positiver Gewerbeertrag erzielt wird. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Vermögensbildenden GmbHs: Sie können von der Gewerbesteuerpflicht ausgenommen sein.

Gibt es bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag für GmbHs?

Die GmbH zählt zu den sogenannten Kapitalgesellschaften. Ihr steht für die Gewerbesteuer kein Freibetrag zur Verfügung.

Müssen Freiberufler eine Gewerbesteuer zahlen?

Alle Freiberufler, also unter anderem Ärzte, Hebammen oder Rechtsanwälte sind von der Gewerbesteuerpflicht befreit.

Wie hoch ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer einer GmbH ist vom Unternehmensgewinn, der Steuermesszahl und dem Hebesatz abhängig. In größeren Städten ist dieser Hebesatz in der Regel höher als in ländlichen Gemeinden.

Schreibe einen Kommentar